Konzertprogramme Flex Ensemble 2018/2019

Intensives und erstklassiges musikalisches Zusammenspiel, (zeitgenössische) Erweiterung der Literatur für Klavierquartett (z. B. Beethovens “Eroica”), das Miteinander von Musik und anderen Künsten (z. B. “Circular Music – Neue Musik trifft Video”) sowie die Gestaltung fantasievoller Erlebnisse mit einem jungen Publikum sind unsere Interessen, mit denen wir arbeiten und spielen. Wir wollen Impulse geben, die das Konzerterlebnis nachhaltig bereichern – gerne auch in Ihrer Veranstaltung!

Neue & Außergewöhnliche Quartettliteratur

Flex Ensemble: Think Big, Foto: Nadezhda Yotzova

Foto: Dominick Lack – Living Room Music, Mai 2017

En France

Maurice Ravel

Ma mère l’Oye (Mutter Gans) in Bearbeitung von Shintaro
Sakabe für Klavierquartett 

Project Chanson

Neue Kompositionen und Arrangements auf der Basis französischer Chansons, von Gordon Williamson, Gerard Pesson, Johannes Schöllhorn, Konstantinos Raptis und Sebastiaan Koolhoven

Camille Saint-Saëns

Klavierquartett B-Dur op. 41

[oder: Gabriel Fauré: Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15]

Georges Brassens, Jacques Brel, Édith Piaf… Diese Namen tauchen auf, wenn vom modernen französischen Chanson die Rede ist. Aber aus welchem Blickwinkel betrachten zeitgenössische Komponisten und Arrangeure diese Musik? Wir haben Komponisten und Arrangeure verschiedener Werdegänge und Generationen gebeten, ihre Version eines französischen Chansons ihrer Wahl (z.B. Josquin Deprez, Jaques Brel oder Stromae) ohne Gesang für ein Klavierquartett zu arrangieren, umzuschreiben oder zu interpretieren.

Konstantinos Raptis, Gordon Williamson, Sebastiaan Koolhoven, Johannes Schöllhorn und Gérard Pesson haben unsere Herausforderung angenommen: ihre neuen Chanson-Kreationen wurden in unserer Konzertreihe in Hannover im November 2017 uraufgeführt (Kleiner Sendesaal des NDR Landesfunkhaus). Für unser Bestreben, das Repertoire für Klavierquartett zu erweitern und die Möglichkeiten kreativ auszuschöpfen, haben wir außerdem den aufstrebenden Arrangeur und Dirigenten Shintaro Sakabe herausgefordert, Ravels „Ma mère l’Oye“ für Klavierquartett umzuschreiben. Das französische Progamm wird komplettiert durch ein selten gespieltes, unterschätztes Werk von Saint-Saëns.

CD-Release voraussichtlich Ende 2018!

Zur Premiere in Hannover:

“Das gefühlvolle und professionelle Spiel des Ensembles begeisterte. Ein kreativer und gelungener Auftakt der Reihe!” (NDR Kultur, Agnes Bührig, 22. Nov. 2017)

„Aufhorchen ließ auch die Bearbeitung von Ravels Märchen-Suite: Shintaro Sakabe hat sie für das Flex Ensemble angefertigt und aus dem Original, einem Klavierduo von mittlerer Schwierigkeitsstufe, ein vollwertiges Konzertstück geformt, das an die Ausführenden die höchsten Anfoderungen stellt. Und das Flex Ensemble hat dieser durchaus ungewöhnlichen Einrichtung hörbar viel Aufmerksamkeit geschenkt: Behutsam wurde jede Tongebung und jede Phrasierung abgewogen und geformt, und das Ergebnis der sicherlich mühevollen Arbeit war schlicht begeisternd. Dass der zauberhafte Schlusssatz der Suite am Ende des Konzertes ein weiteres Mal erklang, war sehr willkommen, denn an dem farbenreichen Arrangement kann man sich kaum satt hören. Mit begeistertem Applaus wurden die musikalischen Gäste vom Publikum gefeiert.“ (Westfalen-Blatt, Peter Ernst, 29. Jan. 2018)

Think Big

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 3 (“Eroica”) op. 55 in
Bearbeitung von Ferdinand
Ries für Klavierquartett

Johannes Brahms

Klavierquartett g-Moll, op. 25

(oder Mozart Klavierquartett Nr.2 in E-Dur K.493)

Beethovens dritte Symphonie, arrangiert von seinem Zeitgenossen Ferdinand Ries für Klavierquartett, stellt die Inspirationsquelle für den Programmtitel “Think Big” dar. Symphonische Musik in dieser Besetzung zu spielen ist eine spannende Herausforderung für das Ensemble, birgt die Chance für das Publikum, ein berühmtes und oft gespielte Meisterwerk mit neuen Impulsen zu hören und ermöglicht allen gemeinsam, dicht an die Essenz dieser Musik heran zu kommen. Wir ergänzen dieses Programm mit dem orchestral klingenden Klavierquartett von Johannes Brahms op. 25 in g-Moll, das schon A. Schönberg 1937 zur Orchestrierung reizte.

NEU (ab Juli 2019) Slavic Sentiment – Polnische Volksmusik reloaded

Paweł Mykietyn (*1971)

Auftragskomposition für das Flex Ensemble (UA) (2019)

Mateusz Smoczynski (*1984)

Polnische Volksmusik arrangiert für Klavierquartett (UA) (2019)

Frédéric Chopin (1810 – 1849)

Auswahl Mazurkas für Klavier solo

Krzysztof Penderecki (*1933)

Quartett für Klarinette und Streichtrio (1993)

mit Maximilian Krome – Klarinette

„Anderes Dorf – anderes Lied“ – so ungefähr lautet eine polnische Redewendung. In der Vergangenheit war das wirklich so. Im ganzen Land gehörte Musik zum Alltag und war Teil des Lebenszyklus: Geburt und Liebe, Hochzeit und Tod, Festtage wie Ostern und Weihnachten, die Erntezeit und die Natur – alles wurde im Lied besungen.

Unser Ziel ist es nun, traditionelle polnische Volksmusik in unseren gegenwärtigen (musikalischen) Horizont zu setzen. Wir haben Mateusz Smoczynski, aktuell in der polnischen Jazz-Szene gefeierter Violinist, gebeten, dieses Thema tiefer zu erforschen und mit uns nach Wegen zu suchen, die Atmosphären und Farben dieser Lieder mit der Besetzung des Klavierquartetts einzufangen. Wir wollen dabei auch die Vielfalt des in jeder Region unterschiedlichen Materials mit unseren modernen Instrumenten zeigen. Krzysztof Penderecki, als einer der führenden Vertreter Neuer Musik in Polen, darf dabei natürlich nicht fehlen. Sein äußerst melancholisches Quartett für Klarinette und Streicher passt sehr gut in dieses Programm. Um die zeitgenössische Musik-Szene Polens noch gründlicher auszuleuchten haben wir Komponist Paweł Mykietyn, bekannt auch für seine Filmmusik, mit einem neuen Klavierquartett für uns beauftragen.

Musik trifft… andere Künste

Circular Music (Sprengel Musuem), Foto: Dominick Lack

Flex Ensemble mit Lena Visser, Foto: Dominick Lack

Phantasmagorical Movements. Surrealismus in Kunst, Musik & Tanz

Maurice Ravel

Sonate für Violine und Cello

Johannes Ciconia

Le Ray au soleyl

Stephen Hartke

The King of the Sun (1988)

mit Lena Visser, Tanz

Irgendetwas traumhaftes und surreales haben wir alle an uns – davon sind der Komponist Stephen Hartke und der Maler Joan Miró jedenfalls überzeugt und nennen dieses ‘Etwas’ phantasmagorisch. Von diesen Künstlern inspiriert untersuchen wir: Was passiert, wenn man ein Klavierquartett als Teil einer Choreographie betrachtet oder wenn eine Tänzerin Teil eines musizierenden Ensembles wird? Alles dreht sich dabei um Stephen Hartkes Stück „The King of the Sun“, welches auf Gemälden von Miró basiert und ein impressionistisches Duett von Maurice Ravel, das Ravels Liebe zum Tanz offenbart obwohl es eigentlich keine Tanzmusik ist. Projektionen der Originale Mirós umrahmen den Konzertabend. Das gemeinsame Experiment verwischt die Grenzen zwischen Musik und Tanz, Hören und Sehen!

Ggf. in Verbindung mit Workshop für Kinder/Jugendliche:
Welche Eindrücke das Hören dieser Musik und Kunst bei jungen Hörern hinterlässt und wie diese sichtbar gemacht werden können auch ohne zu sehen – das hat das Ensemble im Vorfeld in einem Projekt mit SchülerInnen des Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover erforscht; die Ergebnisse wurden bei der Premiere ausgestellt.

“Mir ist als Allererstes aufgefallen, als ich die vier hier kennengelernt habe, wie viel Bewegung bei ihnen im Körper entsteht, wenn sie musizieren”, erzählt Lena Visser. “Das ist quasi nur ein Nebenprodukt, es ist gar nicht auf Performance ausgelegt. Und trotzdem empfinde ich es als Tänzerin wahnsinnig inspirierend – und nehme da ganz viel mit.” (Interview und Probenbesuch, NDR Kultur, Agnes Bührig, 30. Jan..2018)

Circular Music / Neue Musik trifft Video

Snezana Nesic

Solnce Odno Streichtrio (2004/2007)

Jürg Frey

Extended Circular Music no. 1, 2 und 4 (2011-2014)

Gérard Pesson

Mes Béatitudes für Klaverquartett (1995)
Bruissant divisé für Violine und Cello (1998)

Igor Stravinsky

Elegy für Solo Viola (1944)

mit Yoann Trellu, Video-Art

In “Circular Music” erwartet das Publikum dynamische neue Kammermusik, aufgeführt in einem besonderen Format: Werke von Gérard Pesson, Igor Stravinsky, Jürg Frey, und Snezana Nesic werden verbunden mit Videoprojektionen von Yoann Trellu aus Berlin. Gemeinsam gestalten das Ensemble und Trellu einen Abend, an dem Musik, Raum und Videoprojektionen miteinander interagieren. Im Mittelpunkt steht dabei Jürg Freys Komposition Circular Music, die zur Ruhe einlädt: “Schweigen hat in Tönen auch seinen Platz. Um Schweigen zu erreichen, muss man alles, das ihm im Weg steht, loslassen.” (Jürg Frey)

Circular Music im Rahmen unserer Konzertreihe imPULS, 15.02.2017, Sprengel Museum Hannover

Tempo di Tango

Horacio Salgán

Del 1 al 5 (Dia de Pago)

Astor Piazzolla

Ballet Tango, Escualo, Tanti Anni Prima, Tango del Diablo – Romance del Diablo – Vayamos al Diablo
Pedro y Pedro für Bandoneon Solo

Hugo Diaz

Termal

Rosita Melo

Desde el Alma

Francisco Canaro

Milonga del Buenos Aires

Julián Plaza

Nocturna Milonga

mit Kostas Raptis, Bandoneon/Arrangements 

Tango! Eine knisternde Affäre zwischen Tanz und Musik. Der griechische Bandoneonist Kostas Raptis hat eigens für die Zusammenarbeit mit dem Flex Ensemble Tangostücke neu arrangiert – nicht nur Werke von Astor Piazzolla, sondern auch solche von anderen authentischen Tangokomponisten wie Diaz, Melo und Canaro. Die Spannbreite der Musik reicht von virtuosen und verrückten Miniaturen über Hochzeitswalzer bis hin zu intimen Liedern.

„imPULS I – Tango Night“, 14.10.2016, Lister Turm Hannover

„Das Tango-Konzert mit dem Flex-Ensemble im Kloster war ein großer Erfolg. Das begeisterte Publikum verabschiedete die Künstler mit Bravorufen und Fußgetrampel.“ (HAZ, Irmgard Gums, 12. Feb. 2018)

NEU (ab April 2019) Easter Transformations – eine alternative Passion mit Arvo Pärt

Arvo Pärt – Stabat Mater (1985) für Streichtrio und Vokaltrio

‘Moderne Predigt’

mit
Ania Vegry – Sopran
N.N. – Alto
Uwe Gottswinter – Tenor

Aufführungsort: Möglichst eine Kirche.

Die berühmten Passionsmusiken von Johann Sebastian Bach hatten ursprünglich den rein religiösen Zweck, die österliche Botschaft zu vermitteln. Auch heute werden sie viel gespielt und gerne gehört zu Ostern, doch die direkte Verbindung ist nicht mehr so stark. Viele jüngere Komponisten – wie Arvo Pärt – die mit diesen religiösen Texten arbeiteten, setzen sie mit ihrer je eigenen musikalischen Sprache in einen modernen Kontext.

Wir wollen eine Auseinandersetzung mit spiritueller Einkehr eingehen und anbieten, jedoch außerhalb eines traditionell religiösen Rahmens. Dazu spielen wir Pärts Stabat Mater in Verbindung mit der Lesung eines Texts, der eine Auseinandersetzung mit den Themen der Passion und Auferstehung in der Gegenwart sucht. Diese ‘moderne Predigt’ wird gefertigt und gelesen von eine junge deutschen Nachwuchsschriftstellerin. Das selten gespielte Stabat Mater für drei SängerInnen und Streichtrio ist in vielerlei Hinsicht eine Realisierung seines Ziels, eine „musical line that is a carrier of the soul, an absolute monody, a naked voice from which everything originates“ zu schaffen. Die Wirkung dieser Musik kann man als eigene religiöse Erfahrung empfinden.

Fantasievolle Produktionen für Kinder

Foto: Martin Keil – Fiona Farbe, Juni 2015

Foto: Martin Keil – Fiona Farbe, Juni 2015

NEU (ab Herbst 2018): Märchen Reloaded. Musiktheater-Produktion für Kinder 

In dem Werk Ma mère l’Oye („Mutter Gans“) skizziert Maurice Ravel musikalisch auf eine wunderbare Art und Weise Szenen aus verschiedenen bekannten Märchen wie Die Schöne und das Biest, Der kleine Däumling oder Dornröschen. Inspiriert von seiner Musik und Idee entwickelt das Flex Ensemble ein partizipatives Musiktheater-Stück, das sich mit seinem jungen Publikum auf die Reise durch eine zeitgenössische Märchenwelt macht und dabei entdeckt, wie spannend (Kammer-)Musik sein kann. Die traditionellen Geschichten werden witzig, vermischt und aktuell interpretiert und erzählt; vermittelt über die Musik, Schauspiel und Bilder. Dabei sind die MusikerInnen gleichzeitig die Schauspieler und beziehen die Kinder ins Spiel mit ein. Das Bühnenbild wird gestaltet mit Videobildern des Videokünstlers Yoann Trellu. Regie: Friederike Karig.

  • Für alle ab 5 Jahren (Schulklassen und Familien).
  • Dauer: 45 Minuten.

Erlebniskonzert Fiona Farbe

Die vier Musiker des Flex Ensemble spielen Teile eines Klavierquartetts des Amerikanischen Komponisten Stephen Hartke. Ein 1988 komponiertes Werk mit einer surrealistischen Mannigfaltigkeit von Farben und Stilen, die von der Gregorianik bis zum Jazz reichen mit sehr spannenden Effekten und Spieltechniken. Die einzelnen Sätze sind nach Gemälden von Joan Miró benannt. Die Schüler hören zu und zeichnen gleichzeitig was sie hören und dabei fühlen. Die Fantasie ist grenzenlos! Später werden die Bilder und Titel von Miró gezeigt und so wird das Stück durch die Zeichnungen der Schüler noch einmal gespielt. Wie sieht es jetzt aus?

  • Zielgruppe: Ab 1. Klasse
  • Dauer: 45 Minuten

Musikalisch malen mit Miró / Kunst und Musik

Die spannende Geschichte „Fiona Farbe“ mit wundersamen Bildern von Margriet Leemans wird Bild für Bild auf eine Leinwand projiziert und dabei mitreißend schauspielerisch und musikalisch erzählt. Die vier Musiker des Flex Ensembles interagieren mit den Kindern und lassen sie ganz aus der Nähe erleben, welche aufregenden Klänge sich mit ihren Instrumenten Klavier, Geige, Cello und Bratsche erzeugen lassen. Dies ermöglicht den Kindern sogar mitzutanzen und zu singen, wenn ihnen danach ist. Die Kombination von Kunst und Musik stimuliert die Fantasie und fördert die emotionale Entwicklung. Die Kinder erfahren durch die Geschichte Empathie und lernen, Gefühle wahrzunehmen und Probleme zu lösen. Ein Feuerwerk der Fantasie!

  • Zielgruppe: Kinder von 3 bis 9 Jahren
  • Dauer: 35 Minuten

Streichtrio des Flex Ensemble

Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen (1741)

in einer Bearbeitung für Streichtrio (Violine, Viola und Violoncello) von Dmitri Sitkovetsky (1984)

Streichtrio des Flex Ensemble:
Kana Sugimura (Violine)
Anna Szulc-Kapala (Viola)
Martha Bijlsma (Violoncello)

Von Mythen umrankt, als ‘schwer spielbar’ eine Meisterprüfung für Pianisten – der Zyklus der sogenannten „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach ist bekannt. 1741 wurden sie als „Clavier-Übung bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Veränderungen“ für Cembalo herausgegeben mit dem Untertitel „Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfertiget von Johann Sebastian Bach.“ Das Spiel mit drei Stimmen wird hier möglicherweise transparenter als auf dem Cembalo oder insbesondere auf dem heutigen Flügel. So wird insbesondere die Fülle an ‘außerclavieristischen’ Assoziationen deutlich, die Bach diesem Werk einschrieb.“

https://www.kammermusikfuehrer.de/werke/2674