Saison 2018/2019

Traditionen Reloaded. imPULS 2018/2019 – Eine Kammermusikreihe, präsentiert vom Flex Ensemble.

Das Klavierquartett Flex Ensemble prägt eine hohe musikalische Qualität, eine große Spielfreude und Lust am Experimentieren, sowie die Suche nach neuen Wegen der Vermittlung zwischen Musik, Musikern und Publikum. Seit der Konzertsaison 2016/17 organisiert das Flex Ensemble seine eigene Kammermusikreihe unter dem Motto „imPULS“ in Hannover.

Neue Zugänge finden, Vorhandenes transformieren, Altbewährtes hinterfragen – diese Strategien stehen besonders hinter dem Programm der dritten Saison: Traditionen Reloaded! Uns interessieren Geschichten und Geschichte – unsere Eigenen und die unserer Gesellschaft(en). Wir möchten Erfahrungen möglich machen, die etwas dazu beitragen, Traditionen – wie nicht zuletzt: Kammermusik – aus dem Hier und Heute heraus zu interpretieren und weiterzuverfolgen.

imPULS I. Märchen Reloaded,
Musiktheater für alle ab 5 Jahren

“Märchen Reloaded” basiert auf Maurice Ravels Werk „Ma mère l’Oye“ („Mutter Gans“). Darin skizziert der Komponist musikalisch auf eine wunderbare Art und Weise Szenen aus bekannten europäischen Märchen wie Die Schöne und das BiestDer kleine Däumling oder Dornröschen. Diese Musik, neu und eigens für uns arrangiert in der letzten imPULS-Saison, hat uns dazu verführt, ein partizipatives Musiktheater-Stück zu entwickeln, das sich mit seinem jungen Publikum auf eine zeitgenössische Reise durch die Märchenwelt macht und dabei entdeckt, wie spannend (Kammer-)Musik sein kann.

Ballhof 2 Hannover
Gastspiel Staatstheater Hannover
18.11.2018  – 16 Uhr und 19.11.2018 – 10 Uhr

Halle 16/CD Kaserne Celle
23.01.2019 – 9.30 Uhr und 11.15 Uhr
Info und Tickets

Musische Akademie im CJD Braunschweig
17.02.2019 – 15 Uhr
Tickets per Mail: info@flexensemble.com

Dauer: 40 Minuten

Regie: Friederike Karig
Video Kunst: Yoann Trellu

Gefördert durch die Klosterkammer Hannover, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Hannover, die Sparkasse Celle, die Braunschweigische Sparkassenstiftung und die Anja Fichte Stiftung.

imPULS II. Easter Transformations

Arvo Pärt – Stabat Mater (1985) für Streichtrio und Vokaltrio
Nora Gomringer – Video Lesung

Kana Sugimura – Violine
Anna Szulc-Kapala – Viola
Martha Bijlsma – Cello
Ania Vegry – Sopran
Marlene Gaßner – Alt
Uwe Gottswinter – Tenor

Die Musik des beliebten estländischen Komponisten Arvo Pärt berührt mit der Kraft des Einfachen. Sie ist geprägt von Schlichtheit und Intensität. Sein selten gespielte Stabat Mater ist eine Vertonung eines Gedichts aus dem 13. Jahrhundert über Mariens Leiden nach der Kreuzigung Jesu Christi. Doch Pärt nutzt für seine Botschaft eine eigene, moderne musikalische Sprache.
Das Flex Ensemble lädt ein, einen Schritt weiter zu gehen auf der Suche nach einer zeitgenössischen Oster-Erfahrung. Nicht nur die musikalische Sprache verändert sich, sondern auch die österliche Erzählung kann auf vielfältige Weise (neu) interpretiert werden und interessante Denkanstöße geben – zu Meditation, Wandel und der Frage der Entstehung (neuen) Lebens.

Das Ensemble möchte eine Auseinandersetzung mit spiritueller Einkehr eingehen und anbieten, außerhalb eines religiösen Rahmens. Dazu spielen sie mit der ihnen eigenen Intimität und Spielfreude Pärts Stabat Mater in Verbindung mit einer experimentellen Video-Lesung der Lyrikerin Nora Gomringer. In Interaktion mit Pärts Musik und dem Ensemble untersucht die Autorin in einer Art alternativen Predigt mit ihren Worten die alten und mögliche neue „Botschaften“.

29.03.2019, 19.30 Uhr, Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim
Jakobikirchgasse, 31134 Hildesheim
Tickets: 10€ / 3€ (erm.) Vorverkaufsstellen

30.03.2019, 19 Uhr, Museumsquartier Osnabrück | Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück www.museumsquartier-osnabrueck.de
Tickets: 12€ / 8€ (erm.) VVK an der Museumskasse und in der Touristeninformation

05.04.2019, 19 Uhr, Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover
Tickets: 18€ / 6€ (erm.), Kartenreservierung per Mail: info@flexensemble.com

Projektpartner:
Musikland Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover, Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim, Museumsquartier Osnabrück | Felix-Nussbaum-Haus

Förderer:
Stiftung Niedersachsen, NDR Musikförderung, Niedersächsisches Ministerium
für Wissenschaft und Kultur, Landeshauptstadt Hannover Kulturbüro, HannoverStiftung

imPULS III. Slavic Sentiment – Polnische Volksmusik Reloaded

16. Juni 2019, 17 Uhr, Freizeitheim Vahrenwald Hannover

Paweł Mykietyn (*1971)
Auftragskomposition für das Flex Ensemble (UA)

Mateusz Smoczynski
Polnische Volksmusik , arrangiert für Klavierquartett (UA)

Frédéric Chopin (1810 – 1849)
Auswahl Mazurkas für Klavier solo

Krzysztof Penderecki (*1933)
Quartett für Klarinette und Streichtrio (1993)

Polen verfügt über eine reichhaltige und spezifische, Melodie- und Klangfarbenreiche Volksmusiktradition, die einst das ganze Leben begleitete. Eine polnische Redewendung lautet in etwa „anderes Lied – anderes Dorf“. Unsere Violinistin Anna Szulc-Kapala entdeckte polnische Volksmusik bereits in jungen Jahren als sie in einer traditionellen Volksmusik-Gruppe sang. Diese Musik mit ihren ganz eigenen Melodien wurde Teil ihrer DNA und kreuzte ihren Weg immer wieder, zum Beispiel in der Musik Frédéric Chopins und vieler anderer Komponisten, die sich von diesem Material inspirieren ließen. Mit „Slavic Sentiment – Polnische Volksmusik Reloaded“ verfolgen wir ihre Spuren bis in die Gegenwart auf persönliche, (genre-)grenzen-übergreifende Weise und laden mit zeitgenössischen Komponisten zu einer neuen Auseinandersetzung und Begegnung mit der „polnischen Seele“ ein. Unser Ziel ist es, traditionelle polnische Volksmusik in unseren gegenwärtigen (musikalischen) Horizont zu setzen und damit einen Beitrag zu transkulturellem künstlerischem Austausch und Schaffen zu leisten.

Wir haben zwei sehr unterschiedliche polnische Musiker gebeten, für dieses Vorhaben Musik für uns zu schreiben.  Mateusz Smoczynski ist ein Jazz-Geiger, aktuell in der polnischen Szene hoch im Kurs, Absolvent der Warschauer Musikakademie und seit seinem Debüt 1999 mit dem Jacek Namysłowski Quintet auf den wichtigsten Jazz Events in Europa und den USA vertreten. Zudem ist er Komponist, kürzlich wurde sein jüngstes Violinkonzert uraufgeführt. Er wird für uns drei polnische Volkslieder aus unterschiedlichen Regionen arrangieren. Dabei wollen wir die Vielfalt des Materials mit unseren modernen Instrumenten zeigen und gemeinsam herausfinden, inwiefern sich die Atmosphären und Farben dieser Lieder mit der Besetzung des Klavierquartetts einfangen lassen.

Pawel Mykietyn lässt sich als geradezu idealer ‘post-moderner Künstler’ beschreiben und ist derzeit einer der gefragtesten polnischen Komponisten. Er nutzt die unterschiedlichsten ihm verfügbaren Quellen als Inspiration sowie als Material. Demonstrativ greift er auf Dur-Moll-Harmoniken zurück, stellt tonale Fragmente in einen Wechsel mit freien Passagen, arbeitet auch mit traditionellen melodischen Strukturen und schafft daraus doch stets etwas ganz Eigenes und Neues. Neben zeitgenössischen Kompositionen erarbeitet er dabei Musik für Film und Musiktheater – das er ‘Crossover’ keineswegs scheut mag einer der Gründe für seinen Erfolg sein. Für uns wird er zu diesem ‘polnischen Programm’ ein neues Werk für Klavierquartett erstellen. Auch seine Musik ist für uns Ausdruck und Teil der gegenwärtigen musikalischen Welten und Identitäten Polens.

Den Blick auf die polnische Musik der Gegenwart vervollständigt das äußerst melancholische Quartett für Klarinette und Streicher von Krzysztof Penderecki, einem der führenden Vertreter Neuer Musik in Polen. Zwischendurch erklingt eine Auswahl Mazurkas von Frédéric Chopin, in denen er, so heißt es, wie kein anderer die „polnische Seele“ zum Klingen bringe. Sie gehören zu den schönsten und anschaulichsten Beispielen dafür, wie Volksmusiken uns bis heute inspirieren.

Kommen wir damit polnischer Identität auf die Spur – oder zeigen wir vielmehr die Vielfalt die sich in der vermeintlichen Einheit einer kulturellen Zuschreibung verbirgt? Im Anschluss an das Kammermusikkonzert mit dem musikalischen Programm laden wir zu anregenden Diskussionen und Austausch ein – mit polnischem Volkstanz.

Kana Sugimura – Violine
Anna Szulc-Kapala – Viola
Martha Bijlsma – Cello
Johannes Nies – Klavier

Jakub Drygas – Klarinette

Kartenbestellung: info@flexensemble.com